Letztes Feedback

Meta





 

Mein erster Halbmarathon - Auf der Überholspur

Nun war es also soweit. Der Köln Halbmarathon, zu dem ich mich Mitte des Jahres angemeldet hatte, stand vor der Tür.

Ich war aufgrund von andauernden Waden Problemen kaum vorbereitet und in den letzten Tagen hab ich mir auch noch eine leichte Erkältung eingefangen. Naja was solls, schließlich ist ja auch beim 10km Lauf nicht alles glatt gelaufen und das Ergebnis war trotzdem zufriedenstellend.

Also machte ich mich am frühen Sonntag Morgen um 6:30 Uhr auf nach Köln.

Es war früh, es war kalt, es waren überhaupt nicht meine Bedingungen.

Die Bahn von Bonn nach Köln Deutz füllte sich immer mehr mit hoch motivierten Läufern, die warscheinlich größtenteils ihrem Saisonhöhepunkt entgegen fieberten.

6° C das ist nun wirklich nicht meine Temperatur, redete ich mir immer wieder ein und wärmte mich an meinem heißen Kaffee.

In Deutz angekommen ging die Völkerwanderung nun weiter. Alle schnell wieder ins Warme, zu der Kleiderbeutelabgabe. 1 1/2 Stunden noch bis zum Start, da kann man nochmal ein bisschen Schlummern.

Zeitsprung: Ich stehe aufgewärmt und top motiviert in der Grünen Start-Box. Leider konnte ich noch keine zeit über diese Distanz vorweisen. Also erstmal ganz nach hinten.

8:30 Uhr der Startschuss. Knapp 10.000 Läuferinnen und Läufer wollen nun los. 21,0975 KM Joggen, Laufen, Gehen was auch immer...

Pustekuchen. Die rote Gruppe darf los. Heyyyy. alle klatschen, alle sind angespannt, noch warm. Gleich wieder unterkühlt.

Und so geht es weiter. 8:40 Uhr die nächste Gruppe. Blau. Grün ist viel schöner als Blau. Ich will endlich los. Ich bekomme hunger, mir wird immer kälter, ich muss aufs Klo. Blicke nach Links: Vapiano. Na super...!

9:00 Uhr endlich stehe ich relativ nah am Startbogen. Ein Countdown 10...9...8...7... muss ich nun etwa los? Völlig durchgefrohren bange ich dem Ende des Countdown entgegen. Und tatsächlich bei 0 angekommen setzt sich die Masse in Bewegung. Ich komme nun auch endlich über die Startlinie und drücke auf meine Uhr. Los gehts. Nun heißt es erst einmal wieder warm werden!

Und da ist auch schon das erste Problemchen. Stau. Na klar die Leute aus der Grünen Gruppe sind nicht besonders schnell, aber haben die noch nie was von Rechtsverkehr gehört? Ich muss mir nun also einen Weg durch die Menschenmenge bahnen. Immer wieder komm ich fast zum Stehen, muss wieder anlaufen, warm ist mir immer noch nicht.

Der erste KM ist geschafft. 5:04 min. Ach du sch****. schonmal gut 45 sek. verloren. Naja die 1:30 h willst du schaffen, dann must du halt später ein bisschen mehr Gas geben, denk ich mir, wurschtel mich durch und endlich ist auch freie Bahn. Über den Bordstein, außerhalb der Absperrung. Nun ist mir jedes Mittel recht.

KM 2,3,4 im Schnitt um die 4:07 min. Na geht doch. Und die Wade? nichts zu spüren. Könnte aber auch an der Kälte liegen, denn warm bin ich immer noch nicht. Zumindest nicht meine Hände.

KM 6 so langsam spüre ich meine Finger wieder. Das Tempo pendelt sich bei 4:10 min ein. Das gefällt. Ich fühle mich gut. Und es kommt wie es kommen muss. Meine Schuhe verpassen mir die erste Blase. Rechter Fuß, wunderbar.

Hälfte geschafft. Bin ich der einzige aus der Grünen Gruppe der etwas schneller ist? So langsam überhole ich die 10 min früher gestarteten Gruppen. Das gesamte Tempo wird höher, vllt finde ich ja wen, der mein Tempo läuft denn so langsam wird es hart. 42:05 min. Mh... wenn ich das Tempo halte wird es nen Bomben Zeit. Also nochmal richtig Gas geben.

Pustekuchen. Rein subjektiv werde ich immer schneller, doch die Uhr sagt was anderes. 4:15, 4:17. Naja wenigstens habe ich jetzt meine Ziel Pace erreicht.

KM16,17: Jetzt wird es hart. Die rechte Wade meldet sich. Die Hüfte tut auch seit langem mal wieder weh, und die Spannung im Oberkörper hat auch keine Lust mehr. Bei den Versorgungsstellen bleiben die Leute stehen und erholen sich ein bisschen

Egal, Wasser wird sowieso überbewertet.

Endspurt. Jetzt nochmal alles raus holen. Leider ist nicht mehr viel im Tank.

KM20: Es geht wieder über den Rhein. Kann ja nicht mehr weit sein. Zwischendrin sorgt ein voll tatoowierter Wikkinger für ein bisschen Belustigung. Leute gibt's... :D

Da vorne ist das Ziel! Oder doch nur eine Illusion?! Nein tatsächlich, ich kann es sehen. Schaue auf die Uhr: 1:28,35. Oh nein... Hoffentlich geht jetzt gradlinig zum Ziel, sonst wirds eng.

Zum Glück tut mir die Streckenführung den Gefallen und ich habe es erreicht. Das Ziel! Mein Ziel! Die Uhr am Bogen zeigt fast 2:00 h. Ich schau auf meine Uhr. 1:29,00 h. Perfekt, der Tag ist gerettet. Ich bleibe stehen... Ach du liebe Neune, meine Beine tun weh, ich kann kaum stehen.

Egal: Der Schmerz geht, der Stolz bleibt!

Im nächsten Jahr darf ich im Roten Block starten und dann werden die 1:25 h angegriffen. Mit Training, ohne Stau und vllt auch mit etwas mehr °C.

73/1136 in meiner AK.

227/9848 gesamt.

Hört sich nicht so schlecht an, aber das wichtigste ist der eigene Erfolg. Dass ich erstens durch gekommen bin, zweitens meine Zielzeit unterboten habe und dass ich drittens Spaß dran hatte!

Dafür liebe ich Sport!

Vielen Dank an alle, die Daumen gedrückt und an mich gedacht haben!

Bis denne, macht's gut!

 

 

20.10.12 10:00, kommentieren

Werbung


Die ersten 10k quasi vor der Haustüre!

So, endlich ist es soweit! Ich schreibe meinen ersten kleinen Wettkampfbericht und gleichzeitig den ersten Eintrag in meinem neuen Blog

 

Es handelt sich um den Citylauf Bonn und da ich zufällig genau in der "Bonner City" wohne, verlief der Kurs quasi vor meiner Haustüre.

Perfekte Bedingungen also um sich einfach mal anzumelden um zu schauen, wie schnell man denn so auf den 10.000m ohne Schwimmen und Radfahren so ist. Meine letzte gemessene Zeit war beim Nibelungen Triathlon in Xanten eine 40:04... Kann doch nicht sein, dass ich keine Zeit unter 40min zu verbuchen habe... Also versuche ich einfach mal mein Glück bei einem reinen 10k Rennen. 

Promt bin ich angemeldet und da der SSF Bonn der Veranstalter ist hat man auch noch ein bisschen Geld gespart, perfekt!

Nun bin ich also voller Vorfreude auf diesen heimischen Wettkampf motivert zu trainieren und packe die Laufschuhe aus. Ach... Da war doch was... Achja, die Wade will nicht so wie ich will. 2-3 km locker den Rhein entlang gelaufen und da ist es wieder. Dieses überaus fiese Ziehen. Kein Muskelkater, aber auch keine Zerrung. Schrecklich sowas. Naja dann muss man das Rennen halt ohne großartiges Training angehen, nicht die besten Vorraussetzungen aber was solls. Wird schon!

Nun ist es Sonntag, 23.September. Der Tag der Entscheidung! Um 10:30 Uhr soll er Beginnen, der "Sport-Laps-Elitelauf". Nur Läufer mit einer Bestzeit von unter 45 min dürfen Teilnehmen. Man, fühle ich mich gut :P

Als ich dann um 9:30 Uhr einen verschlafenen Blick auf die Starterliste schaue wird es mir ganz mulmig... Ich zähle gerad einmal 26 Starter und die sind alle schnell!

Ich mag nicht Letzter werden! :/ Ich schau in die Gesichter der anderen Läufer: Ok, die sehen auch nicht gerade hell wach aus. Aber meine 2 1/2 Stunden Schlaf wird wohl keiner von ihnen unterbieten... Naja selber Schuld. Muss man sich halt mal richtig aus****** um sich nicht zu blamieren. Und selbst wenn ich letzter werden würde, ich hätte genügend ausreden. Also frisch ans Werk und die Muskeln ein bisschen aufgewärmt. Es war mit gerade einmal 13°C nämlich nicht gerade der wärmste Tag im Jahr und eigentlich mag ich es warm. Egal, wird schon!

 Nun ist es also soweit. 10:30 Uhr. Alle stehen bereit und warten auf den Startschuss. Der Countdown läuft: 10...9...8...... und der Startschuss fällt. Auf gehts auf eine 2km lange Runde durch die wunderschöne Bonner Innenstadt. 5 mal muss diese absolviert werden. Nicht besonders abwechslungsreich, aber schnell soll sie sein.

 Mein erster Gedanke: Sind die denn von allen guten Geistern verlassen, wieso laufen die soll schnell?!

Alle rauschen an mir vorbei, selbst die Frauen. Schon nach den ersten paar hundert Metern haben sich einige recht weit abgesetzt. Frauen, Männer, Bekloppte!

Aber ich sage mir immer wieder, dass ich mein Tempo schon finde und dann werden sie schon sehen, was sie davon haben... hoffentlich.

 

Die erste Runde ist absolviert: 7:35min zeigt die Uhr an. Ups, dass ist schnell. Aber wie liege ich im Feld? Ich hab keine Ahnung... ist überhaupt noch wer hinter mir? Ich mag mich gar nicht umdrehen. Es gibt aber einen kleinen Wendepunkt da werde ich in der zweiten Runde mal schauen, was da so los ist sag ich mir und gebe weiter gas. 

 Am Wendepunkt angekommen entdecke ich auf einmal ein Fahrrad. Jawoll, dass ist die Radbegleitung der führenden Frau! Sie ist gerade einmal 50m vor mir... Die hol ich mir!

2 Runden später bin ich immer noch nicht wirklich näher ran gekommen, aber Zeiten stimmen, ich bin auf Kurs die 39:00 zu unterbieten. 

Nun also die letzte Runde. Die Beine tun weh. Der Körper ist dehydriert. Seitenstechen fangen an. Ich will nicht mehr... Nützt nichts. Dran bleiben. Die 2 Typen vor mir bekomm ich auch noch und die schnellste Frau sowieso. Also nochmal richtig Knallgas und an allen vorbei fliegen, das wäre schön... Es zieht sich. Die Anderen sind auch ganz schön schnell :/ halten mein Tempo und depremieren mich. Wie weit ist es denn noch?! Ah: Zielgerade. Endspurt! Jubelnde Menschen. Laute Musik. Es fühlt sich gut an. Und im letzten Moment kommt noch einer an mir vorbei gerauscht: "Nicht wegen dir! Sondern wegen der Zeit." sagt er zu mir... Wer's glaubt. Egal, ich bin also im Ziel, schaue auf die Uhr: 

Jiha! Ich bin im Ar***. Könnte mich übergeben, aber es fühlt sich gut an! Genau für dieses Gefühl macht man sowas. Schauen, was der eigene Körper zu leisten vermag, wenn man den Geist ausschaltet. Ein unglaubliches Gefühl!

 

Kurz darauf hängt auch schon die Ergebnisliste aus:

 Och ist ja gar nicht mal so übel. 12. Gesamt, 4. in der AK und die zeit ist auch super! Ich bin zufrieden und freue mich nun schon extrem auf meinen ersten Halbmarathon am 14.10. in Köln!

Bis dahin, frohes schaffen!

 

 

1 Kommentar 23.9.12 14:06, kommentieren